Ein Stoff mit einer langen Geschichte

Loden ist sozusagen die Urform des Outdoor-Stoffes und seine Spuren lassen sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Stoff, gewonnen aus Schurwolle, also der frisch geschorenen Wolle von Schafen, hat eine sehr alte Tradition. Die lange Erfolgsgeschichte dieses Stoffes beruht auf einem genialen Verarbeitungsprinzip und den natürlichen Eigenschaften des Schafhaars, das von der Natur mit wärmenden, windabweisenden und klimaregulierenden Eigenschaften ausgestattet wurde, um die vergleichsweise kleinen Körper der darunter lebenden Tiere vor der rauhen Natur zu schützen. Diese guten Eigenschaften macht sich der Loden als Stoff zunutze. Verbessert werden sie lediglich durch die Art der Verarbeitung.

 

Was ist eigentlich Loden?

Loden ist ein Stoff, der aufgrund seiner Herstellungsweise unterschiedliche Schichten bildet und so die Eigenschaften dieser Schichten optimal miteinander vereint. Am Besten kann man diese „Vielschichtigkeit“ am Fertigungsprozess verdeutlichen:

Vom Schafhaar zum Garn – das Spinnen

Die Herstellung eines Lodenstoffes beginnt mit dem Spinnen des Garns aus der Rohwolle. Unterschiedliche Garnstärken und -dichten lassen auch unterschiedliche Stoffgewebe entstehen. So wird für einen Gebirgsloden beispielsweise ein dickeres Garn verwendet, als für einen Tuchloden. 

Der Webprozess

Das gesponnene Garn wird im nächsten Schritt zu einem Stoff gewebt und setzt damit die nächsten wichtige Parameter für das fertige Produkt: Die Art der Webung und ihre Dichte beeinflussen Gewicht, Dichte und Stabilität des entstehenden Stoffes. Eine weitere sehr wichtige Eigenschaft, die der Webprozess mit sich bringt, ist die Formstabilität. Im Gegensatz zu gewirkten Stoffen, sogenannter Maschenware (Strickstoffe, Fleecestoffe, etc.) oder auch Wollfilz, ist ein gewebter Stoff formstabiler, allerdings auch weniger elastisch.

Das Walken

Der Prozess des Walkens ist sozusagen die Metamorphose von einem normalen Stoff zum Loden. Durch Wasser und mechanische Einwirkung wird die Stoffoberfläche verfilzt und erhält so eine mehr oder weniger homogene Oberfläche von der die gleichmässige Struktur des Stoffgewebes überdeckt und versiegelt wird. Art und Intensität des Walkens wirken sich dabei gezielt unterschiedlich auf die Beschaffenheit der Oberfläche aus. Das Ergebnis ist nun ein Stoff, der zwar aus nur einem Gewebe besteht, durch seine Behandlung aber eine Art Sandwicheffekt bildet: Die äusseren Schichten bilden eine Barriere gegen Wind, Wasser und Schmutz, während das innen liegende Gewebe für Stablität sorgt und durch die Zwischenräume im Gewebe eine isolierende Wirkung entfaltet.

Die Nachbehandlung: Aufrauhen, Kämmen & Co.

In bestimmten Fällen möchte man dem fertigen Loden speziellen Eigenschaften verschaffen, für die es zusätzliche Arbeitsschritte gibt. So werden zum Beispiel beim Aufrauhen durch hakenbewährte Walzen die Wollfasern nachträglich aus dem Gewebe gezogen und  zu einer weichen, voluminösen Schicht aufgebauscht, die besonders viel Luft einschliesst und dadurch sehr warm hält. Beim Kämmen dagegen wird der Flor in eine gleichmässige Richtung gelegt. Es entsteht sogenannter Strichloden, der mit seinen gleichmässig übereinanderliegenden Fasern eine Art Dachziegeleffekt bildet und Regenwasser besonders gut abperlen lässt.

Altbewährt und immer noch auf dem neuesten Stand!

Alles in Allem gibt es Gründe genug, warum Loden bis heute als Stoff für viele Outdooraktivitäten eine gute Wahl ist - nicht nur für Liebhaber natürlicher und echter Materialien. Wer sich einmal auf Loden einlässt, wird bald merken, das dieser Stoff hält, was er verspricht.